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Afrika LänderinformationLänderinformationen und Reiseführer: Kenia

 
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Länderinformationen und Reiseführer Afrika


Reiseführer KeniaKenia

Republic of Kenya (englisch)
Wahlspruch: Harambee
(Kisuaheli, „Lass uns zusammenarbeiten“)
Amtssprache Swahili, Englisch
Hauptstadt Nairobi
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef Präsident Mwai Kibaki
Fläche 582.646 km²
Einwohnerzahl 33.829.590 (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsdichte 55 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 618 US-$ (2006)
Währung Kenia-Schilling (KES)
Unabhängigkeit von Großbritannien am 12. Dezember 1963
Nationalhymne Ee Mungu Nguvu Yetu
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen EAK
Internet-TLD .ke
Telefonvorwahl +254

Kenia (Aussprache: Swahili, engl.: Kenya) ist ein Staat in Ostafrika. Er grenzt an den Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Indischen Ozean.

Nationalfeiertag ist der 12. Dezember.

Geologie

Zentral-Kenia wird vom Rift Valley, einem Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs, durchzogen. Die höchste Erhebung befindet sich mit 5.199 m im Mount-Kenya-Massiv, der tiefste Punkt liegt bei 0 m an der 480 km langen Küste des Indischen Ozeans; dort sind teilweise Korallenbänke vorgelagert. Die längsten Flüsse des Landes sind: Tana, Athi und Kerio.

Verwaltungsgliederung

Der Staat gliedert sich in die sieben Provinzen und einen Distrikt:

1 Central 13.236 4.304.300 Nyeri
2 Coast 84.113 2.583.600 Mombasa
3 Eastern 154.354 5.380.200 Embu
5 North-Eastern 126.186 459.000 Garissa
6 Nyanza 12.507 4.889.700 Kisumu
7 Rift Valley 182.413 7.630.300 Nakuru
8 Western 8.285 3.569.400 Kakamega
4 Nairobi 693 2.165.600 - gesamt 581.787 30.982.100 Nairobi

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

* Nairobi 2.750.561 Einwohner,
* Mombasa 799.727 Einwohner,
* Nakuru 259.934 Einwohner,
* Eldoret 218.472 Einwohner und
* Kisumu 216.479 Einwohner.

Tiere und Pflanzen

Tiere und Pflanzen werden in Nairobi präsentiert: Bäume im Nairobi Arboretum, Schmetterlinge im Karen Butterfly Centre, Strauße im Ostrich Park, Giraffen im Lang’ata Giraffe Centre und Elefantenbabys im Daphne Sheldrick Elephant Orphanage. Schlangenparks gibt es häufig, oft angeschlossen an andere Sehenswürdigkeiten wie Museen, aber auch an Hotels.

Nationalparks und Tierschutz

Kenia besitzt eine Vielzahl an Nationalparks, die ein wichtiges Standbein für den Tourismus darstellen. Der größte Nationalpark ist der Tsavo Nationalpark, der in Ost und West gegliedert ist. Der bekannteste Nationalpark Kenias ist die Massai Mara, der nördliche Ausläufer der Serengeti. Hier findet man besonders in den Monaten Juli und August einen großen Tierreichtum, bedingt durch die atemberaubenden Herdenwanderungen, bei denen meist der gesamte Horizont mit abertausenden Gnus, Zebras, Antilopen, Büffeln und Impalas übersät ist. Kleinere bedeutende Nationalparks sind Tsavo Ost und West, Amboseli, Kimana und Meru. Ebenso sehenswert ist der Nationalpark in Nairobi, ein kleineres tierreiches Reservat inmitten der Hauptstadt. Wohl nirgends sonst kann man Giraffen und Elefanten so dicht vor einer Großstadtskyline beobachten.

Bevölkerung

Kenia nimmt mit etwa 33 Millionen Einwohnern (2005) Rang 36 unter allen Ländern der Erde ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 47 Jahren.

Das Land wird von verschiedenen

  • Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii)
  • sowie einigen nilotischen und hamito-nilotischen (Kalenjin, Luo, Massai, Iteso) Völkern bewohnt.
  • Daneben gibt es noch kleinere ethnische Gruppen wie die el-Molo, Njemps und Rendille, die der ursprünglichen Einwohnergruppe der Kuschiten angehören. Die el-Molo am Turkanasee z.B. haben kaum noch 1.000 Angehörige und vermischen sich so mit den umliegenden Ethnien, dass sie wohl aussterben werden. Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somalis bewohnt.

An der Küste gibt es wegen der Kontakte über See arabische, indische bis hin zu chinesischen Gruppen und Einmischungen.

Aus der jüngeren Geschichte (Kolonialzeit) sind natürlich auch Europäer vorwiegend englischer Herkunft zu finden.

Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten incl. indischer Dialekte auf):

Swahili oder Kisuaheli, ist die zweite Amtssprache Kenias; es wird an der Küste um Mombasa z.B. bei den Giriamas gesprochen. Gleichzeitig ist Kisuaheli die lingua franca Ostafrikas. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache. Die bekanntesten Wörter aus dem Kisuaheli sind bei uns wohl jambo (Gruß), safari (Reise), simba (Löwe) oder hakuna matata (kein Problem). Auch malaika (mein Engel) - ein kenianischer Popsong - dürfte z.B. durch Miriam Makebas Song bekannt sein.

Kikuyu Sprache der größten Volksgruppe, um Nairobi (41 %); berühmte Kikuyus: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong'o.

  • Kamba, dem Kikuyu verwandt, wird von 11 % der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
  • Luhya Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14%) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z.B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
  • Luo, die Sprache der drittgrößten Ethnie (13 %), wird am Viktoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luos: Jael Mbogo, Oginga Odinga und Tom Mboya.
  • Kalenjin ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 %), z. B. das Tugen, die Sprache der Ethnie, aus der der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen "Wunderläufer" sind Kalenjin, besonders aus der Ethnie der Nandis.
  • Die Sprache der Maas(s)ai und verwandter Völker wie die Samburu oder Njemps ist das Maa.
  • Englisch ist die offizielle Amtssprache und weit verbreitet.
  • Indische Dialekte der "Asians" genannten Inder im Land.
  • Sheng ist die Jugendsprache.
  • "ki-Settler" ist die auf Kisuaheli basierende lingua franca der weißen Kolonialherren mit ihren bediensteten, ähnlich dem Fanakalo in Südafrika oder dem Chilapalapa im kolonialen Rhodesien. Die Vorsilbe "ki" steht in den Bantusprachen für "Sprache", heißt hier also: "Sprache der Siedler" (was nicht für Kikuyu gilt.

Religion

Über 70 % der Bevölkerung sind Christen: (davon 51 % Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen Kirchen und Protestanten. 20 % der Gesamtbevölkerung sind Katholiken).[[1]] 2005 zählte man ferner knapp 20.000 Zeugen Jehovas im Land. Mindestens 10 % der Kenianer werden Anhängern traditioneller afrikanischer Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste über 20 % Muslime der sunnitischen Richtung.

Mungiki-Sekte

Die traditionalistische und stark antiwestliche Mungiki-Sekte hat sich ab etwa 1985 Jahren meist unter den jungen und verarmten Kikuyu besonders in den Slums von Kenia als Massenbewegung schnell verbreitet.

Geschichte

Wegen Korruptionsvorwürfen wurden 2005/06 zehn Minister entlassen oder traten wegen größerer Finanzskandale (Anglo-Leasing-Skandal und Goldenberg-Skandal) selbst zurück. Die aus mangelnder Loyalität zur Regierung von Präsident Kibaki 2006 entlassenen Minister waren: Raila Odinga, Kalonzo Musyoka, Najib Balala, Anyang' Nyon'go, William ole Ntimama und Frau Jebii Kilimo. Die selbst zurücktraten waren Erziehungsminister George Saitoti, Kiraitu Murungi, David Mwiraria und Chris Murungaru.

Am 22. März 2006 trat das (nach der für die Regierung gescheiterten Volksabstimmung über die neue Verfassung) von Präsident Kibaki beurlaubte Parlament zur neunten Periode zusammen. Kibaki äußerte sich zur neuen Verfassung und positiv zum Kampf gegen die Korruption. Er bejahte die Pressefreiheit (hier bezog er sich auf den "Sturm auf den Standard", siehe weiter unten), mahnte die Presse aber gleichzeitig zur Verantwortung.

Diese schwierigen und ernsthaften Bemühungen und Entwicklungen zu einem demokratischen Staat werden im Westen kaum wahrgenommen. Aids, Armut, Katastrophen und Korruption überlagern dieses sprießende und selbstbewusste bürgerschaftliche Engagement zumeist.

Standard: Im März 2006 kam es zu einem recht mysteriösen Überfall einer Spezialeinheit der Polizei auf die Tageszeitung The Standard und deren Fernsehsender KTN. Bei der Polizeiaktion liefen die üblichen Überwachungskameras weiter. Die Spezialeinheit hatte stümperhaft vergessen, die Kameras auszuschalten oder wenigstens die Videos zu beschlagnahmen. Diese Bilder wurden am nächsten Tag im Fernsehen gesendet und konnten weltweit von der Website des Standard heruntergeladen werden. Jedermann konnte eine spektakuläre Polizeiaktion fast live miterleben, bei der sich die Polizisten völlig unbeobachtet glaubten.

Die Attacke wurde von einer Schnellen Eingreiftruppe namens „Kanga Squad“ durchgeführt, die von Offizieren der Geheimpolizei (CID) und der paramilitärischen Einheit General Service Unit (GSU) befehligt wurden. Die Kanga Squad waren mit russischen AK 47- und deutschen G3-Gewehren bewaffnet. Der Überfall erfolgte simultan auf die Büros des Standard bzw. der KTN-Senderäume im I&M Bank Tower in der Innenstadt von Nairobi. Gleichzeitig wurden die Druckanlagen im Industriegebiet in der Likoni Road stillgelegt und Stapel frisch gedruckter Zeitungen in Brand gesetzt. In den Büros wurde Equipment wie Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Die TV-Sendung wurde sofort unterbrochen.

Die Begründung für die Attacke gab Innenminister John Michuki später: Verdacht auf staatsfeindliche Aktivitäten. Die Zeitung hatte zuvor nämlich ausgeplaudert, dass sich Kibaki mit Kalonzo Musyoka, einem seiner stärksten politischen Gegner heimlich im Präsidentenpalais getroffen haben sollte. Die Opposition protestierte.

Radio Hope: Am 12. Mai 2006 ereignete sich ein ähnlicher Überfall auf Radio „Hope FM“, eine christliche Station der Nairobi Pentecostal Church in der Valley Road, bei der bewaffnete Gangster die Senderäume stürmten, einen Wachmann erschossen und zwei weitere Menschen verletzten. Dann setzten sie Benzin in den Räumen in Brand. Das Feuer konnte gelöscht werden, aber das Radio konnte erst nach 10 Stunden wieder auf Sendung gehen.

Die Nachforschungen der Polizei konzentrierten sich auf bedrohliche mitgeschnittene Telefongespräche. In den Zeitungen des Landes erschienen daraufhin Karikaturen, die Innenminister Michuki mit beiden Attacken in Verbindung brachten. Der reagierte gereizt, bedrohte die Presse als regierungsfeindlich und bezeichnete sie als Lügner. Auf einer Versammlung in Kibwezi sagte er nach einem Bericht der „Daily Nation“ am 15. Mai 2006 auf Kisuaheli: "Hakuna mtu atatisha serikali na Michuki hatishiki, wakileta mchezo tutawaonyesha cha mtema kuni" (= Niemand darf die Regierung schädigen, und wer es tun, den werden wir Mores lehren)! Den Überfall auf den „Standard“ verteidigte er dabei erneut und kündigte an, dass er das Gleiche bei Gefahr im Verzuge wieder tun würde.

Das Media Council of Kenya (MCK) gründete daraufhin am 2. Juni 2006 unter der Leitung des altgedienten Journalisten Mitch Odero einen Presserat (Ethics Team), um alle Vorwürfe gegen die Presse selbst regeln zu können.

In diesem Zusammenhang wurden zwei Brüder, armenische Geschäftsleute, im März 2006 von Raila Odinga und anderen öffentlich beschuldigt, Kriminelle zu sein, mit Drogen zu handeln und am Überfall auf den Standard beteiligt gewesen zu sein. In der Tat war bei der Polizeiaktion auf den Filmen der laufenden Überwachungskameras ein hellhäutiger, kommandierender Mann zu sehen gewesen. Die Regierung wurde beschuldigt, die beiden zu decken. Die Brüder wiederum beschuldigten Odinga, sich von ihnen einen große Summe Geldes geliehen zu haben - ohne jede Quittung. Einer der Brüder, Artur Margaryan, der angab mit dem armenischen Premierminister verwandt zu sein, reichte in Nairobi offiziell Klage wegen Verleumdung und Rückzahlung des "Kredits" ein.

Am 8. Juni 2006 kamen die beiden Brüder mit dem Flugzeug aus Dubai im Flughafen Nairobi an, wo sie sich mit gezogener Waffe an der Gepäckausgabe der Durchsuchung ihres Gepäcks und dem Zoll widersetzen, zwei weitere Ausländer durch die Kontrolle zwangen. Der aufgebrachten Menge, die durch die Polizei von Lynchjustiz abgehalten wurde, riefen sie rassistische Parolen wie „Ihr schwarzen Affen!“ zu. Angeblich wurden die „Armenier“ durch die Polizei ins Land gelassen (statt verhaftet), um Blutvergießen unter der Bevölkerung zu vermeiden. Im Panari Sky Centre, einem Fünf-Sterne-Hotel Nairobis, zogen sie gleichfalls die Waffen und bedrohten Gäste bzw. warfen sie aus dem Aufzug. Dabei winkten sie auf Nachfrage stets mit ihren Polizeiausweisen (auf Armbändern).

Anfang Juni 2006 wurden beide Brüder Artur Margaryan und Artur Sargasyan ohne Angabe von Gründen des Landes verwiesen. Unter massivem Druck ungenannter Regierungsmitglieder veranlasste Polizeipräsident („Commissioner of Police“) Generalmajor Hussein Ali am 9. Juni 2006 die Abschiebung. Andererseits verteidigte Justizministerin Martha Karua die kommentarlose Abschiebung auf einem einfachen Economy-Hinflug-Ticket nach Dubai. Die Opposition aber auch Kirchenführer pochten darauf, die Hintergründe für die Beziehungen der beiden zum Geheimdienst und der Regierung zu erfahren.

Die Presse brachte immer wieder Winfred Wambui, die Tochter der NARC-Politikerin Mary Wambui, mit den Brüdern in Verbindung. So wurde sie beim gemeinsamen Kirchgang und dem Empfang der Heiligen Kommunion in der katholischen Kathedrale „Holy Family“ in Nairobi gesehen. Bedeutsam an dieser Verbindung ist die Beziehung von Mary Wambui zu Präsident Kibaki. Vom Präsidenten bestritten gilt sie als seine zweite (nicht legale) Ehefrau - womit Winfred also eine Präsidententochter ist. Präsident Kibakis Anwälte kündigten an, die Zeitung „Daily Nation“ zu verklagen, die diese Geschichte gebracht hatte. Quelle: http://www.eastandard.net/hm_news/news.php?articleid=1143953863

Am 10. Juni 2006 stürmte eine Polizeieinheit das Haus der ausgewiesenen Brüder in Runda-Estate von Nairobi. Sie fanden zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, die auf geheimdienstliche Operationen und Verflechtungen in die Regierung hinwiesen. So waren beide Brüder im Besitz von legalen kenianischen Pässen, Polizei-Dienstausweisen im Range eines stellvertretenden „Police Commissioner“ (Polizeioffizier), Hochsicherheitspässe für die Flughäfen, Waffen und Munition, 13 Autos sowie Nummernschildern für Regierungs- und Diplomaten-Autos sowie schusssichere Kleidung und Ausrüstung der Spezialeinheit "Quick Response Unit". Quelle: http://www.nationmedia.com/dailynation/nmgcontententry.asp?category_id=1&newsid=74948

Eine vom Präsidenten eingesetzte Untersuchungskommission unter der Leitung des früheren Polizeipräsidenten (Police Commissioner) Shedrach Kiruki sowie den Beisitzern Bischof Horace Etemesi und dem Juristen Ahmed Hassan Issak brachte im Juni 2006 nach Anhörung von 84 Zeugen, Ministern und Polizeioffizieren ans Tageslicht, dass es sich bei den beiden angeblichen armenischen Geschäftsleuten um Kriminelle unklarer Herkunft mit der angenommen Identität der beiden tatsächlich in Armenien lebenden Männer handeln könnte. Merkwürdiger Weise suchen die Behörden Armeniens ebenso nach den beiden (echten) Brüdern, da sie sich dem Wehrdienst ihres Landes nach Dubai entzogen hätten. Die stellvertretende Managing Direktorin der Flughafenbehörde KAA, Ms Naomi Cidi, die die beiden mit Zugangspässen zu sämlichen Sicherheitsbereichen aller kenianischen Flughäfen versorgt hatte und von ihrem Vorgesetzten George Muhoho schwer belastet worden war, wurde vom Präsidenten entlassen. Muhoho erklärte vor der Kiruki-Kommission, dass Cidi bereits eine Abmahnung erhalten hatte und wegen weiterer illegaler Aktivitäten hatte entlassen werden müssen.

Die Kenianischen Behörden versuchen momentan heraus zu finden ob die beiden Brüder die selben sind die vor einigen Jahren von den Schweizer Behörden verhaftet wurden und wegen Drogenschmuggels und Menschenhandels im Schweizer Gefängnis sassen.

Zur Zeit (Januar 2006) leidet der Nordosten unter den Folgen einer Dürre mit dem damit einhergehenden Nahrungsmittelmangel, von dem auch in den angrenzenden Ländern bis zu 3 Millionen Menschen bedroht sind.

Es wird unter anderem die mangelnde Bereitschaft der Regierung verantwortlich gemacht die Straßen vernünftig auszubauen bzw. zu pflegen. Sie hat auch versäumt Warnungen und Hinweise auf dies kommende Elend zu realisieren und den im fruchtbaren Teil Kenias geernteten Nahrungsüberschuss umzulenken.

Weiterhin sind vorangegangene ausländische Hilfsmaßnahmen kontraproduktiv, da die Menschen verleitet werden in diese Gebiete zu ziehen, obwohl dort solche Bevölkerungsmengen gar nicht ernährt werden können. Diesen beiden Faktoren entspringt auch die Unmöglichkeit für die im fruchtbaren Landesteil Kenias produzierenden Bauern ihre durchaus erzielten Überschussprodukte gewinnbringend dorthin zu transportieren und für sie lohnend abzusetzen. Solchen Missständen ist gegenwärtig sogar zuzuschreiben, dass in einem Landesteil Nahrungsmittelüberschüsse erzielt werden, man diese aber eher vergammeln lassen muss als sie anderen Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, auch wenn die Regierung jetzt viel zu spät endlich beginnt diese Überschüsse aufzukaufen.

Ergänzend kommt noch die ausufernde Viehhaltung im betroffenen Landesteil hinzu, da sie traditionellerweise nur zum Beweis des Reichtums des Besitzers dient und nicht der Eigenversorgung oder dem Verkauf und man selbst in Hungerzeiten eher das Vieh sterben lässt als es der Ernährung wegen zu schlachten.

Anfang April kam es im ganzen Land, erfreulicher Weise auch in den nördlichen Landesteilen, wo die Hungersnot herrschte, etwa in den Gebieten von Isiolo, Moyale und Maralal zu Überflutungen z.B. des Flusses Ewaso Nyiro. In Nairobi fielen 54,5 mm Regen, eine Rekord, seit gemessen wird. Viele Straßen in den Slums und im Industriegebiet waren überflutet, oft, weil die Entwässerungskanäle verstopft waren. Einige Menschen starben in den Fluten. Häuser wurden zerstört, PKWs und LKWs blieben stecken. Mehrere Orte im Norden waren auch nicht mehr mit dem Allradwagen zu erreichen; die Armee setzte Hubschrauber zur Versorgung der Bevölkerung ein. Auch in der bekannte Samburu Lodge drangen Schlammmassen in die Zimmer von Touristen ein, die allerdings gerade auf einer Pirschfahrt waren.

Korruption

Korruption, genauer politische Korruption, kann im unabhängigen Kenia in allen Regierungsperioden der drei bisherigen Präsidenten Kenyatta, Moi und Kibaki beobachtet werden. Im Korruptions-Index rangiert Kenia unter 159 Ländern an 144. Stelle. Eine Schätzung besagt, dass der durchschnittliche kenianische Stadtbewohner 16 Mal pro Monat besticht, z.B. Polizisten an Straßensperren. Sicherlich sind die meisten dieser Bestechungsgelder klein und nicht immer im politischen Raum zu suchen. In die großen Korruptionsfälle, seien es Bestechungen, Verschwendungen oder das Abzweigen von Geldern bei völlig überteuerten Geschäften, waren nicht nur Geschäftsleute, sondern immer auch Regierungsstellen, teils in großem Ausmaß, verwickelt. In den folgenden Geschäften, die teils verhindert werden konnten, ging es immer um Korruptionsverdacht und große Summen.

Überflüssiger Servicevertrag für Puma-Hubschrauber mit der südafrikanischen Firma Denel Aviation.

Plan zum Ankauf von tschechischen Kampfjets.

Plan zum drei Mal überteuerter Ankauf von Kriegsschiffen bei der Firma Euromarine, die dem in Korruptionsfälle verwickelten Anura Pereira gehört.

Der berüchtigte kenianische Geschäftmann Chamanlal Khamani lieferte mit seiner Firma Kampsons Motors mehr als 1000 Mahindra Jeeps für die Polizeikräfte zu einem sechsfach überteuerten Preis, obwohl die Fahrzeuge obendrein noch steuerfrei ins Land kamen.

Khamani war auch involviert beim geplanten Kauf eines forensischen Labors für die Geheimpolizei (Criminal Investigations Department, CID) sowie für das E-Projekt der Firma Infotalent Systems Private Limited, bei der die Polizei mit Computern und Überwachungskameras für Nairobi ausgestattet werden sollte.

Die Gefängnisverwaltung verlor 3 Millionen USD an die Firma Hallmark International, die Deepak Khamani von Kampsons Motors gehört. Nur die Hälfte von 30 Boilern wurden ausgeliefert und stammten nicht - wie vertraglich vereinbart - aus den USA, sondern aus Indien.

Das auf etwa 3 Millionen EUR (2,7 Mrd. KES) geschätzte Nexus-Projekt in Karen/Nairobi stand unter der Verantwortung von General Joseph Kibwana und wird augenblicklich von Colonel Philip Kameru geleitet. Das Projekt sollte als geheimes militärisches Kommunikationszentrum dienen, doch bis heute ist dort noch kein weiterer Soldat zu sehen. Der Vertrag wurde vom Kommunikations-Ministerium unterschrieben, obwohl es ein militärisches Projekt ist. Die Gebäude wurden von einer Firma namens Nedermar BV Technologies errichtet. Die Firma steht vermutlich in Verbindung mit dem schon bekannten Anura Pereira, der das jedoch bestreitet. 2004 wurden alle Zahlungen der kenianischen Regierung eingestellt. Im März 2006 klagte Nedermar daraufhin vor dem Internationalen Schiedsgericht in Den Haag, aber Kenia verteidigte sich nicht und Nedermar gewann den Fall. Erst darauf hin beauftragte Kenias Regierung eine Pariser Rechtsanwaltskanzlei mit der Wahrnehmung ihrer Interessen. Quelle: http://www.nationmedia.com/dailynation/nmgcontententry.asp?category_id=1&newsid=74607

Die lokale Sektion ("chapter") von Transparency International und die Kenya National Commission on Human Rights (KNCHR), eine Regierungskommission, notierten in einem Report vom Februar 2006, dass die Regierung Kibaki mehr als 12 Millionen USD für Luxuskarossen vom Typ Mercedes-Benz, Land Cruiser, Mitsubishi Pajero, Range Rover, Nissan Terrano und Nissan Patrol ausgegeben habe. Da sie überwiegend für den privaten Gebrauch von leitenden Regierungangestellten eingesetzt wurden, liegt der Verdacht der Bereicherung vor. Die Summe für den Ankauf dieser Wagen übersteigt die Ausgaben, die Kenia im Jahr 2003/04 für den Kampf gegen die Malaria ausgab, immerhin die größte Krankheits- und Todesursache in Kenia.

Goldenberg-Skandal

Im sog. Goldenberg-Skandal verlor Kenia Anfang der neunziger Jahre 700 Millionen EUR durch gefälschte Gold- und Diamantenexporte.

Anglo-Leasing-Skandal

Beim Anglo-Leasing-Skandal (wo es mit 30 Mill. EUR zu einem Drittel um die Anschaffung von fälschungssicheren Personalausweisen ging) verschwanden etwa 85 Millionen EUR durch nachträgliche Finanztransfers auf eine Reihe von Scheinfirmen.

Anti-Korruption

Die aktuelle Politik ist stark mit der Auseinandersetzung um die Korruption beschäftigt. Zwei Körperschaften bekämpfen neben der Presse und den gesellschaftlichen Gruppierungen offiziell die Korruption:

  • Das „Public Accounts Committee“ (PAC) - ein Komitee des Parlaments - steht unter der Leitung von Uhuru Kenyatta.
  • Die Kenya Anti-Corruption Commission (KAAC) wird von einem Direktor geleitet, seit 2005 dem Richter Aaron Ringera. Diese Kommission stand ab 2003 unter der Leitung des Staatssekretärs John Githongo, der aufgrund von Drohungen um sein Leben fürchtete und 2005 ins selbstgewählte Exil nach London ging.

Wirtschaft

Kenia besitz keine gute und standhafte Wirtschaft.

Kenias Bruttosozialprodukt ist in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten überdurchschnittlich gewachsen. Da auch das Bevölkerungswachstum überdurchschnittlich war, hat sich dies nicht in einer wesentlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse der meisten Kenianer niedergeschlagen.

Weit mehr als die Hälfte der Kenianer leben von der Landwirtschaft, doch sind nur etwa 20% der Fläche des Landes nutzbar. Der Rest ist wegen karger Böden oder zu geringen Niederschlägen meist Brach- oder Bergland. Angebaut werden neben Kaffee und Tee auch Sisal und Pyrethrum, das als Basis vieler Insektenbekämpfungsmittel dient.

Daneben erzeugen die Menschen hauptsächlich für den Eigenbedarf Mais, Weizen, Gerste, Zuckerrohr, Bohnen, Bananen, Reis, Ananas und Baumwolle.

In der Viehwirtschaft sind die Mast- und Milchrinder vorherrschend. Die größeren Betriebe im Hochland Kenias haben einen guten Entwicklungsstand erreicht. Umfangreiche Rinder-, Schafe-, Ziegen- und sogar Kamel-Herden müssen mit den kargen Mitteln des Landes ernährt werden.

Viel Waldgebiet steht unter Naturschutz. Demgemäß sind die Bambuswälder für die Papierindustrie und die Rinde der Akazien (als Gerbstoff genutzt) im Freiland von eher untergeordneter Bedeutung.

Energie wird mit Ölkraftwerken erzeugt, aber auch Wasserkraftwerke sind im Einsatz.

Kenia hat nur geringfügige Vorkommen an Bodenschätzen. Man gewinnt in nennenswerter Menge Natriumcarbonat(z.B. im Magadi-See) und Salz, daneben geringe Mengen an Gips, Blei, Gold, Silber, Kupfer, Asbest, Kalkstein, Graphit und Flussspat, Kieselgur, Seifenstein.

Kenia lebt vom Kaffee- und Tee-Export, von der Industrie (Maschinen- und Fahrzeugbau, Textil und Bekleidung, Ernährung und Genussmittel) und vom Tourismus (Nationalparks und Wildreservate). Der Handel mit Elfenbein und der Abschuss von Elefanten ist verboten.

In den letzten Jahren konnte im gleichen Maße, wie der Kaffee an Bedeutung verlor, die Blumen-Industrie gewinnen. Kenia hat 2003 Israel als größten Blumenexporteur der Welt abgelöst. Viele Blumen, besonders Rosen, die wir hier in Deutschland/Europa kaufen können, haben den langen Flugweg vom Äquator hinter sich.

Aus der Viehwirtschaft kommen Butter, Fleisch, Häute und Felle in den Export.

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben fü

* das Gesundheitswesen bei 6%
* das Bildungswesen bei 20%
* das Militär bei 6%



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