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Afrika LänderinformationLänderinformationen und Reiseführer: Mauretanien

 
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Länderinformationen und Reiseführer Mauretanien


Reiseführer MauretanienMauretanien

Islamische Republik Mauretanien
Wahlspruch: « Honneur, Fraternité, Justice »,
"شرف، إخاء، عدالة" ("scharaf, ichā’, ’adāla")
frz. u. arab., „Ehre, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit“
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Nouakchott
Staatsform Militärregierung
Staatsoberhaupt Ely Ould Mohammed Vall
Regierungschef Premierminister Sidi Mohamed Ould Boubacar
Fläche 1.030.700 km²
Einwohnerzahl 2.848.000
Bevölkerungsdichte 2,8 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 400 US-$ (2004)
Währung 1 Ouguiya (UM) = 5 Khoums
Unabhängigkeit am 28. November 1960 von Frankreich
Nationalhymne Nationalhymne Mauretaniens
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen RIM
Internet-TLD .mr
Telefonvorwahl +222

Mauretanien ist ein Staat im nordwestlichen Afrika, am Atlantik gelegen. Er grenzt an die Staaten Algerien, Mali und Senegal sowie an das von Marokko annektierte Territorium der Westsahara (Demokratische Arabische Republik Sahara).

Geographie

Die Oberflächengestalt Mauretaniens bietet ein recht gleichförmiges Bild. An die im Süden (zwischen Senegalmündung und Cap Timiris) flache Ausgleichsküste, im Norden buchten- und inselreiche Steilküste schließt landeinwärts ein ausgedehntes Tiefland an, das mit seinen Sanddünenfeldern den westlichen Rand der Sahara bildet. Ein kurzer Steilanstieg leitet zu dem weithin ebenen Hochland (300-500 m ü.M.) im zentralen Landesteil über. Hier liegen die Sandsteinplateaus von Adrar, Tagant und Affollé sowie einzelne Inselberge (darunter der Kédia d'Idjil, mit 915 m die höchste Erhebung des Landes). Gen Osten senken sich die überwiegend von Geröllfeldern bedeckten Hochflächen zu dem abflusslosen, sanderfüllten Becken El Djouf. Einziger ständig wasserführender Fluss Mauretaniens ist der Senegal, der die Staatsgrenze zum Nachbarland Senegal bildet.

Klima

Im Bereich des nördlichen Wendekreises gelegen, hat Mauretanien größtenteils trockenheißes Wüstenklima. Abkühlung bringt nur der kalte Kanarenstrom vor der Küste, wodurch es im Küstengebiet häufig zu Nebelbildung kommt. In der Nordhälfte des Landes fallen die Niederschläge unter anderem im Winter, allerdings selten mehr als 100 mm pro Jahr, im äußersten Süden sind es 300-400 mm, hauptsächlich von Juli bis Oktober. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen bei 20-24°C, die Julitemperaturen bei 30-34°C, wobei sommerliche Maximalwerte bis 50°C erreicht werden.

Flora und Fauna

Gras- und Buschflächen sowie Akazien markieren den Übergang von der Wüstensteppe zur Dornsavanne des Sahel. In den Oasen wachsen vor allem Dattelpalmen, in der Überschwemmungssavanne des Senegal auch Raphiapalmen, Affenbrotbäume und Bambus. Im Küstenland gibt es ausgedehnte Salzsümpfe. Tiere der Savanne sind Antilopen, Elefanten, Löwen und Hyänen; die Wüstensteppe bietet noch für Gazellen, Strauße, Warzenschweine, Leoparden und Falbkatzen ausreichend Nahrung. Zwischen 1990 und 2000 hat der Waldbestand um 2,7 % abgenommen.

Bevölkerung

Mauretanien ist ein Mischgebiet arabischer und schwarzafrikanischer Völker. 81 % sind arabisch-berberische Mauren, der Rest gehört den schwarzafrikanischen Völkern der Wolof (7 %), Toucouleur (5 %), Sarakolé (3 %), der Fulbe (1 %), der Bambara, der Soninke und anderen an. Zirka 5.000 Europäer leben im Land. Der früher hohe Anteil an Nomaden ist stark zurückgegangen; 61,7 % der Bevölkerung wohnen nun in Städten. Vier Fünftel der Einwohner leben auf 15 % der Landesfläche, vorwiegend im Süden. Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,2 % pro Jahr. 42,6 % sind jünger als 15 Jahre. Die Lebenserwartung beträgt 51 Jahre. Amtssprache ist Arabisch. Pular, Wolof und Solinké sind ebenfalls anerkannte Nationalsprachen. Französisch ist Bildungssprache. 99 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime malikitischer Richtung. Daneben gibt es eine christliche Minderheit.

Mauretanien zählt zu den ärmsten Entwicklungsländern der gesamten Erde. Die Sozialgesetzgebung und das Gesundheitssystem sind noch unzureichend. Obgleich allgemeine Schulpflicht für 6- bis 11jährige besteht, werden nur rund 67 % der Kinder eingeschult. Die Analphabetenrate beträgt bei Frauen 69 % und bei Männern 49 %. 1983 wurde die Universität von Nouakchott gegründet. Es ist eine wesentliche Anzahl an Ausländern - mehr als 15% der Arbeitskräfte in den modernen Wirtschaftsbereichen - notwendig, um die Nachfrage an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Gleichzeitig verließen mehr als 600.000 Mauretanier ihr Land auf der Suche nach Beschäftigung in Westafrika, im Mittleren Osten und in Westeuropa.

Mehr als irgendeine andere Stadt reflektiert Nouakchott die durch schnelle und nicht kontrollierte Urbanisierung verursachten Probleme. Anfangs als kleine zentrale Verwaltungsstelle mit ca. 30.000 Einwohnern im Jahre 1959 errichtet, erreichte sie schon im Jahre 1970 mehr als 40.000 Einwohner und wuchs in den siebziger Jahren um 15 bis 20 % pro Jahr; diese schnelle Expansion hält auch am Anfang des 21. Jahrhunderts an: 2005 hatte die Stadt knapp eine Million Einwohner. Der daraus resultierende Mangel an Wasser und an Wohnraum ist ein großes Problem. Die meisten der Neuankömmlinge landen in sogenannten Kebbas (Vorstadtviertel), die im näheren Umfeld der Hauptstadt entstanden sind. Im Jahre 1983 schätzte ein französischer Forscher, dass mehr als 40% der Bevölkerung von Nouakchott in diesen Kebbas lebten und der Prozentsatz noch weiter steigen würde. Die Regierung Mauretaniens versuchte dieses Problem zu lösen, indem sie all denen Boden und Saatgut sowie Transportmöglichkeiten anbot, die zur Rückkehr in die ländlichen Regionen bereit wären. Die Realisierung des ambitionierten Programmes erwies sich aber in Anbetracht dauerhafter Dürre als schwierig.

Ethnien

Der Kompromiss zwischen den verschiedenen Kulturen Mauretaniens ist die Seele der Nation. Traditionell wird das Land - auch geographisch - gemäß diesen Volksgruppen in das sog. Ard al-Bīdān, was "Land der Weißen" bedeutet, und Ard as-Sūdān, "Land der Schwarzen", unterteilt. Diese oft benutzten Begriffe werden jedoch nicht pejorativ gedacht. Die Einteilung ist mehr wirtschaftlich/traditionellen als rassistischen Ursprungs. In der Tat gehören viele Schwarzafrikaner der nomadischen Welt an, die Benennung 'Mauren' bzw. 'Bīdān' gilt all jenen nomadischen Gruppen, die kulturell arabisiert wurden - ungeachtet ihres ethnischen Ursprungs, also inklusive der "Mauren" mit schwarzafrikanischem ethnischem Hintergrund. Heute gilt der Islam als Bindung zwischen den verschiedenen Ethnien und ist die einzige vom Volk anerkannte Legitimierung eines jeden Gesetzes.

Geschichte

Die Islamische Republik Mauretanien ist eine ehemalige französische Kolonie in Westafrika, am Atlantik gelegen. Sie grenzt an die Staaten Algerien, Mali und Senegal sowie an das Territorium der Westsahara (Demokratische Arabische Republik Sahara). Mauretanien liegt am Westrand der Sahara und ist von ursprünglich nomadisch lebenden Mauren, einem Mischvolk aus Arabern, Berbern und assimilierten schwarzen Westafrikanern, bewohnt.

Die zeitgenössischen Beobachter Mauretaniens haben das Land oft als Brücke zwischen Nord- und Westafrika beschrieben. In der Tat haben auch verschiedene Gruppen in Mauretanien starke kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen mit ihren Nachbarn in den beiden Regionen (Maghreb und CEDEAO - Communauté Économique des États de l'Afrique de l'Ouest) aufrechterhalten, mit denen sie die meiste Zeit über in direktem Kontakt standen.
Obwohl das Land als geographische Transportbrücke für den Gold-, Salz- und Sklavenhandel zwischen den nördlichen und südlichen Grenzen der Sahara diente, markierte es ebenfalls die kulturelle Grenze zwischen den sesshaften Landwirten des subsaharischen Afrika und den arabisch-berberischen Nomaden des Maghrebs. Durch die gesamte Geschichte Mauretaniens war die Wechselbeziehung zwischen den beiden Kulturen voller politischer und sozialer Konflikte, was die Mauretanische Politik in der Vergangenheit immer wieder beeinträchtigte und sehr wahrscheinlich mittelfristig weiterhin beeinflussen, um nicht zu sagen bestimmen wird. Einzig der Islam, zu dem sich die Gesamtheit der Bevölkerung seit dem 9. Jahrhundert bekennt, stellt eine einheitliche Bindung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsteilen dar.

Die Urbevölkerung

Die Sahara war nicht immer eine Wüste. In diesem heute verwelkten und tief betrübten Land haben sich im Laufe der Zeit Trockenheits- und Feuchtigkeitsperioden abgewechselt.

Die Anfänge der Geschichte, dieser Region sind größtenteils unbekannt. Es gibt einige Überlieferungen von arabischen Händlern und Reisenden aus dem Mittelalter, die die wichtigsten Karawanenzentren und Königreiche im Osten von Mauretanien erreicht haben, aber die Hauptquellen der voreuropäischer Geschichte sind mündliche Erzählungen, Legenden und archäologischen Befunde. Diese Quellen zeigen, dass während der Jahrtausende, die das christliche Zeitalter vorausgingen, die Sahara viel mehr Menschen beherbergt hatte und aufblühende Kulturen kannte. Im Lande des jetztigen Mauretanien waren Bafour; ein Volk der Ur-Berber, dessen Nachkommen die Küstenfischer von Imraguen sein könnten; Jäger, Bauer und Fischer. Die Tallandwirten, die die schwarzen Urahnen der Toucouleurs und der Wolof sind, haben neben Bafour gelebt. Klimaänderungen und vielleicht bloßgelegte Weiden trugen zu einem progressiven Trocknen der Sahara und zu der Wanderung dieser Völker in Richtung Süden bei.

Trotz der Verschlimmerung der Klimaumständen müssten die ersten Migrationswellen in die Ankommenden Westsahara aus dem Norden im Laufe des 1. Millenniums v.C. stattgefunden haben. Die neuen waren nomadische Berberen. Man weiß noch nicht welche Gründe sie dorthin trieben: vielleicht, um Feinde zu entkommen oder einfach um neue Weiden zu suchen. Wie dem auch sei, sie nutzten Pferde zum Reiten und kannten Eisenschmieden, was ihnen einen deutlichen Vorteil auf die letzten Vertretern der neolithischen Bevölkerung gab.
Allerdings wären sie wahrscheinlich nicht in der Sahara geblieben, die inzwischen eine echte Wüste zu enden schien, wenn sie nicht das Glück gehabt hätten, das einzige Tier zu finden, das im Stande war, das Überleben des Menschen in dieser Klimazone zu gewährleisten, das Kamel, das aus dem Osten gegen das 1. Jahrhundert v. Chr. ankam. Die Einführung des Kamels in die Sahara in dieser Periode hat die Tür für weiteren Aktivitäten dieser kriegerischen Berberen geöffnet. Diese erste Welle der Aggressoren hat die Bafour besiegt und diejenigen, die sich nicht nach Süden retten könnten, zu Untertanen erklärt.

Seit jeher war die Wüste ein Zufluchtsort für die Völker, die vor feindlichen Stämmen fliehen, oder vor dem Machtmissbrauch der marokkanischen Sultane. Auf der anderen Seite bewirkte die Knappheit der Ressourcen in der Wüste eine Gegen-Migration.

Der Bund der Sanhādscha

Der Charakter der heutigen Bevölkerung spiegelt die Wellen der Einwanderungen aus dem Norden Richtung Mauretanien wider, die im 3. Jahrhundert n.C. begannen, als die ersten Berber einzogen (erste Einwanderungswelle). Die einheimischen Völker wurden nach weiteren berberischen Einwanderungswellen im 7. und 8. Jahrhundert - Ankunft des Islam in Nordafrika - besiegt und wurden entweder unterworfen oder sind in Richtung Süden weitergezogen bzw. geflüchtet.

Die Stämme, die zu dieser Zeit am Gurt der Westsahara lebten, stammen von den zwei berberischen Hauptvölkern aus Nordwestafrika ab: Zanata und Sanhadscha. Die Ersteren, ursprünglich Nomaden, hatten sich als Herren der Oasen und der Handelszentren der Nordteile der Wüste gegen dem 9. Jahrhundert etabliert. Im Süden mitten in der Wüste waren die nomadischen Hauptstämme, die die Kamelzucht trieben, Sanhadjas.

Eine der im 8. Jahrhundert in Mauretanien angekommenen sanhadschischen Gruppen war Lamtuna. Im 9. Jahrhundert hatten Lamtuna die politische Dominanz in den Regionen von Adrar und von Hodh an sich gerissen. Mit zwei anderen wichtigen sanhadschischen Stämme Masufa und Dschodala haben sie den Bund von Sanhadscha gegründet, um die Herrschaft über die Handelswege der Sahara zu gewinnen. Aus ihrer Hauptstadt Aoudaghoust aus kontrollierten Lamtuna diesen losen Bund und die westlichen Wüstenrouten der Karawanen, die nach der Einführung des Kamels in diesen Regionen gerade aufzublühen anfingen. In seinem Höhepunkt zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert hatte der Bund von Sanhadscha eine dezentralisierte Politik betrieben, basiert auf zwei verschiedenen Gruppen :

 

* die städtischen muselmanischen Händler, die den Karavanenhandel trieben und
* die sehr unabhängigen Nomaden, die ihre traditionellen Religionen weiterhin wahrten.

Dominiert durch die Händler Sanhadschas hatte den Karawanenhandel seinen Terminus im Norden in der Handelsstadt des Maghrebs Sidschilmasa und seinen Terminus im Süden in Koumbi Saleh, Kapital des Ghana Imperiums. Später hielt die Handelsstrecke im Süden bei Timbuktu, Hauptstadt des Mali-Reiches. Gold, Elfenbein und Sklaven wurden nach Norden transportiert und gegen Salz (die alten Salzminen in der Nähe von 'Kediet Ijill' im Norden von Mauretanien werden heute noch abgebaut), Kupfer, Kleiderstoff und anderen Luxuswaren ausgetauscht.
Wichtige Städte entlang der Handelsstrecken wurden gebaut. Die einfachste, aber nicht die kürzeste, Strecke zwischen Ghana und Sidschilmasa fuhr von Koumbi Saleh über Aoudaghoust, Oualata, Tichitt und Ouadane. Diese Städte entlang der Strecke wurden zu wichtigen Einkaufs- und Politikzentren. Der arabische Chronist des XI-ten Jahrhunderts Al-Bakri beschrieb Aoudaghoust als eine große Stadt mit einer Bevölkerung von 5.000 bis 6.000, einer großen und viele kleinen Moscheen, die von großen unter Bewässerung kultivierten Felder umgeben ist.

Die Almoraviden und die schwarzen Imperien

(11. bis 14. Jahrhundert) Im 11. Jahrhundert und nach der Auflösung des Sanhadja-Bundes begann für das Land eine Periode der Unruhe und der Kriege unter den verschiedenen Berber-Gruppen des früheren Sanhadja-Bundes. Eine kleine Gruppe von Sanhadja, die Almoraviden, gründete dann ein religiöses Zentrum, von dem aus sie eine islamische Doktrin der Reform predigten und ein islamisches Imperium errichteten. Im Jahre 1090 reichte das Imperium der Almoraviden von Spanien bis nach Senegal. In weniger als vierzig Jahren wurde jedoch die expansive Energie der Almoraviden schwächer, bedingt durch die Schwierigkeiten, die sich aus der Verwaltung des mittlerweile gewaltig angewachsenen Reiches ergaben - gleichzeitig hatten sich ihre Feinde im Norden und im Süden stark weiterentwickelt. Die schwarzen Königreiche Ghanas, Malis und Songhai haben im Laufe der sechs folgenden Jahrhunderte ihre Territorien ausgedehnt und die Berberischen Burgen übernommen - dieser Vorgang wird heute als die zweite Einwanderungswelle bezeichnet.

Die arabische Invasion

(14. bis 18. Jahrhundert) Eine dritte Einwanderungswelle, dieses Mal aus dem Norden, stellte die arabische Infiltration von verschiedenen Gruppen aus dem Jemen dar, die Berber und Afrikaner gleichermaßen Richtung Süden verdrängt haben. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte eine dieser arabischen Gruppen, Banī Hassān, das ganze Territorium des heutigen Mauretanien unter ihrer Kontrolle.
Die heutige Sozialstruktur Mauretaniens ist auf die Situation am Ende des 17. Jahrhunderts zurückzuführen, als Banī Hassān die religiösen arabisch-berberischen Gruppen, Zwāya, besiegten, die sie auszustoßen versuchten (Schurbubba-Krieg). Die kriegerischen arabischen Gruppen haben ihre Herrschaft über die Berber behauptet, die zum größten Teil zu Geistlichen wurden und sich den Arabern unterordneten. Tief in der sozialen Pyramide standen deren schwarzen Sklaven, die so genannten Harātīn.
Alle drei Gruppen sprechen Hassānīja, einen arabischen Dialekt, und bilden die sogenannten Mauren. In dieser Zeit lebten die meisten Schwarzafrikaner im Flussbecken des Senegalflusses.

Die arabische Infiltration Nordafrikas beschreibt die Einwanderung arabischer Stämme in Nordafrika zwischen dem 5. Jahrhundert und dem 15. Jahrhundert und deren Wirkung auf Mauretanien.

Ursachen der Flucht

Obwohl die arabischen Invasionen in Nordafrika fast ausschließlich der islamischen Eroberung zugeschrieben wurde, hatte die Verschlechterung der ökologischen Zustände in Arabien eine entscheidende Rolle auf den Zeitpunkt und der Anzahl der Zuwanderer gespielt, die auf der Suche nach grünen Weiden Arabien verließen. Die klimatische Ähnlichkeit zwischen Arabien und Nordafrika machte das Letzte zum Idealziel der emigrierten Völker. So wurden; nach dem tragischen Einsturz des Staudammes von Marib, nahe San'a in Yemen im Jahre 570; einige Hunderte arabischer Stämme gezwungen, ihr Heimatland in Richtung Nord- und Ostafrika zu verlassen. Diese Emigration fand 40 Jahre vor dem Islam statt. Die Bedeutung der ökologischen Folgen zeigt sich in den Emigrationsprozess des 11. Jahrhunderts wieder, bei dem massive Invasionen der Araber von ihrem ursprünglichen Heimat stattfanden; nach einer anderen strengen Dürre, die die Bereiche einholte. Die Bekanntesten unter den Emigrierten waren die ursprünglich aus dem Yemen herkommenden Stämme Beni Hilals, die in Nordafrika drei Jahrhunderte zuvor eingedrungen waren. Von dort erreichten sie Nordmauretanien im 14. Jahrhundert.

Folgen der Einwanderung

Ibn Khaldun berichtete, dass während ihres Eindringens in Nordafrika Banu Hilal nach Westen gegangen waren und angeblich zerstört, gemordet und geraubt hatten. Wie Heuschrecken verschluckten und verwüsteten die Hilalen und ihre Herden (Kamele) alle Formen des pflanzlichen Lebens und verursachten Mangel an Bauholz, was später ihre nomadischen Nachkommen quälte. Nach der arabischen Eroberung vom fernen Maghreb 'Al-maghrib al-aqsa' im achten Jahrhundert, kannte Mauretanien eine langsame, aber kontinuierliche Zuwanderung der Araber und des arabischen Einflusses im Norden. Die wachsende Präsenz der Araber bedrückte die Berberen, die es vorzogen, sich nicht mit anderen Gruppen zu vermischen und im ferneren Süden von Mauretanien einzudringen und dort die schwarzafrikanischen Ureinwohner zu bezwingen. Im sechzehnten Jahrhundert wurde die Mehrzahl der Schwarzen bis zum Senegal Fluss weiter gedrängt, und ein Rest versklavt, um die Oasen zu pflegen.

Die Arabisierung Mauretaniens

Nach dem Niedergang der Almoraviden hatte ein langsamer Vorgang zur Arabisierung Mauretaniens begonnen, was bislang erfolgreich von den Berberen verhindert wurde. Im 11. Jahrhundert fand eine Reihe von arabisch nomadischen Stämme ihren Weg in die Sahara, was zu größeren Veränderungen in Nordafrika führen musste. Die Ursache dieser Invasionen war Folgendes: Zwei große nomadische Völkerstämme, Beni Hilal und Beni Soulaïm, die sich soeben im Delta von Nil niedergelassen hatten, gefährdeten die Ruhe Ägyptens durch ihren streitsüchtigen Charakter. So hatte der Kalif der Fatimiden in Ägypten, um ihre kriegerische Glut zu entgehen, sie bis nach Ifriqiya (heutige Tunesien) verfolgt. Dort um die Verfolgung der Meriniden (Meriniden: marokkanische Dynastie im 13. Jahrhundert) zu entfliehen oder vielleicht einfach um neue Weiden zu finden, verließ ein Teil von Ma'qil bestehend aus einer Gruppe Stämme, genannt Beni Hassan, nach und nach das Tal von Draa und machten sich nach Süden in Richtung Westsahara. Es war keine brutale Invasion, sondern eher eine progressive Infiltration, die zwei oder drei Jahrhunderte andauerte.

Die Entstehung der heutigen Mauren

Die ur-Yemenischen Gruppen, die sich im Norden Mauretaniens niederließen, haben den Karawanenhandel gestört, der seinen Weg nach Osten verlegen musste, was zum progressiven Niedergang der damalig großen Handelsstädte Mauretaniens geführt hat. Bani Hassan setzten ihrer Auswanderung nach Süden fort, um zum Ende des 17. Jahrhunderts das ganze Land zu beherrschen. Für mehr als 200 Jahre plünderten sie die Region und bekämpften die Berberen, die durch die nördlichen Ausläufer der Imperien von Mali (Songhai) und von Tekrur durchstreiften. Die letzte Anstrengung der Berberen, um das arabische Joch zu entgehen, war ein dreißigjähriger Krieg (1644-74), genannt 'Charr Bebba', vom Imam Nasir Eddine Lemtouni angestiftet. Dieser Krieg zur Befreiung Sanhadschas wurde nicht mit Erfolg gekrönt; die Berberen wurden besiegt, und mussten das Schwert niederlegen und sich den arabischen kriegerischen Gruppen unterordnen.
Aus der Vermischung dieser Volksgruppen entstand ein neues Volk mit Arabisch als Sprache heute bekannt unter dem Namen "Mauren" bzw. Bidhan.

Die Mauren, ein ursprunglich aus arabischen, berberischen und schwarzafrikanischen Völkergruppen entstandenes Volk waren Pastoren und Nomaden, die auf einem ausgedehnten Teil der Sahara, vom Draa-Fluss im Norden bis an den Ufern des Senegal und des Niger im Süden und zwischen dem atlantischen Ufer im Westen bis zu den Al-Majabat, einer fast undurchdringbaren Dünenzone im Osten von Mauretanien und Norden von Mali, lebten. Die Bildung des maurischen Volkes erfolgte nach einem komplexen Wechselwirkungsvorgang zwischen Sanhadja und Beni Hassan; sie dauerte mehrere hundert Jahre an und wurde durch die ständigen Veränderungen in der Region erschwert. Im 15. und 16. Jahrhundert berichten Reisende, dass die Sprache von Sanhadscha; Zenaga; überaus noch weit verbreitet war.

Der große portugiesische Zeitgenosse des 15. Jahrhundert, Gomes Eannes de Azurara, berichtet, dass Joao Fernandes Erforscher, der im Jahr 1445 mit Nomaden zum Hinterland der Sahara ab Dakhla zu den nahen Küstenstandort gereist war, bemerkt hatte "die Schrift dieser Leute und ihrer Sprache sind nicht dieselben wie jene der anderen Mauren; aber sie gehören alle der Sekte von Mahomet, und man nennt sie Arabes, Mazanegues und Berberen."

Die Kolonialzeit

(16. bis 20. Jahrhundert) Die Europäer fingen erst in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts an, Interesse an Mauretanien zu zeigen, zuerst in Form von Entdeckungsreisen durch die Wüste. Französische Kaufleute in Saint Louis kauften von den Mauren im Süden Mauretaniens das Gummi Arabicum auf. Im 19. Jahrhundert besetzten französische Streitkräfte die Regionen von Trarza und von Brakna, die sich ebenfalls im Süden Mauretaniens befinden. Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich die französischen Streitkräfte unter Xavier Cappolani erneut Mauretanien als Eroberungsziel auserkoren und versuchten mit aller Kraft, die kriegerischen arabischen Führer zu befrieden. Aber im Gegensatz zu ihrer in Westafrika praktizierten kolonialen Herrschaftsweise haben die Franzosen in Mauretanien eine laissez-faire-Politik verfolgt, indem sie sich die arabischen Herrschaftsstrukturen zunutze machten. Diese damals eingerichteten Herrschaftsstrukturen bestanden bis in die Vierziger Jahre, genauer: bis nach dem dem Ende des 2. Weltkriegs. Während die allermeisten französischen Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten, oder wenigstens eine entscheidende Reform, gab es in Mauretanien nur ein Minimum an politischer Aktivität. Frankreich hat trotzdem Änderungen in die Praxis umgesetzt, die den Reformen entsprachen, die auch überall sonst im französisch-sprechenden Afrika verlangt und gewährt wurden.

Die Unabhängigkeit

(1960 bis 1975) Die neue politische Freiheit betraf höchstens 10% der Bevölkerung; doch selbst in dieser Gruppe hat es Gruppierungen gegeben, die gegen die politische Unabhängigkeit der Kolonie waren. Einige Mauren mit starken Verbindungen zu Marokko haben für die Einheit mit Marokko plädiert, während die Schwarzafrikaner im Süden sich der neuen Föderation Malis anschließen wollten. Nur durch Kooptieren der traditionellen Führer mit vagen Versprechungen gelang es Mauretaniens politischem Führer und erstem Präsidenten Mokhtar Ould Daddah, die politische Einheit zu wahren, während Mauretanien seine Unabhängigkeit am 28. November 1960 feierte.

In den ersten Jahrzehnten der Unabhängigkeit ist Mauretanien zutiefst geteilt geblieben. Die "Schwarzen" im Süden (Nicht-Mauren), waren durch die Beherrschung des politischen Geschehens durch die Mauren natürlich verstimmt, welche sich u.a. in der unverhältnismäßigen Vertretung der Mauren in Bürokratie, Offizierkorps der Armee und in ungleicher Zuteilung der Entwicklungsfonds sowie der Erhebung des Arabischen zur Amtssprache widerspiegelt. Mit studentischer Unterstützung hat die erste Gewerkschaft Mauretaniens (Union de Travailleurs Mauritaniens -UTM) gegen eine Gehaltstabelle protestiert, nach der ein Teil der ausgebürgerten Europäer Gehälter bezogen, die fast 1.000 Mal höher lagen als die ihrer mauretanischen Kollegen.

Der Westsaharakonflikt

(1975 bis 1978) Im Jahre 1975 haben sich Mauretanien und Marokko gegen die Guerrilleros der Polisario von der Arabischen Demokratischen Republik Sahara (RASD) verbunden. Aber im Jahre 1978, nach mehreren überraschenden Angriffen der POLISARIO gegen Nouakchott und die Eisenerzproduktion in Zouèrate, war es offenkündig geworden, dass die mauretanischen Soldaten den Guerrilleros nichts zu entgegnen hatten. Trotzdem hat die Regierung ihre kostspielige Verwicklung in diesen Konflikt fortgesetzt, einerseits um eine mögliche Invasion der marokkanischen Truppen zu verhindern und andererseits, um die Mauren zufriedenzustellen, die in der Annektierung von Tiris Al-Gharbiyya den ersten Schritt zum großen vereinten Mauretanien sahen. Die schwarze Bevölkerung Mauretaniens insbesondere hat sich dem Krieg aus mehreren Gründen widersetzt. Zuerst wegen der immer knapper werdenden Mittel, die, anders eingesetzt, eine größere landwirtschaftliche Entwicklung im Süden unterstützt hätten; zweitens hat der Krieg das Terrain für die Militäroffiziere (die mehrheitlich Mauren waren) vorbereitet, sich in der Zivilregierung zu etablieren, also stark an Einfluss zu gewinnen; und schließlich war die Mehrheit der Rekrutierten schwarz und die Mehrzahl der Offiziere Mauren.

Das Militär an der Macht

(1978 bis 1984) Wegen der hohen Kosten des Kriegs und der politischen Streitigkeiten in Mauretanien unternahm eine Offiziersgruppe am 10. Juli 1978 einen Putsch und ernannte Oberst Mustafa Ould Salek zum Vorsitzenden des neugebildeten Militärkomitees für den Nationalen Wiederaufbau (Comité Militaire de Redressement National - CMRN) und damit zum Staatschef, das CMRN wurde im April 1979 weiterhin mit Salek als Vorsitzendem umbenannt in Comité Militaire de Salut National (CMSN). Auch ihm gelang es nicht, Mauretanien aus dem Westsaharakonflikt herauszulösen. Am 3. Juni 1979 rissen nach internen Machtkämpfen im CMSN die Obersten Ahmed Ould Bouceif und Mohamed Khouna Ould Haidalla die Macht an sich, neuer Vorsitzender des CMSN wurde Mohamed Mahmoud Ould Louly. Nachdem Bouceif bei einem Flugzeugabsturz umgekommen war, wurde Haidalla zum Ministerpräsidenten des Landes. Am 4. Januar 1980 übernahm er auch den CMSN - Vorsitz und damit das Amt des Staatsoberhaupts. Bereits im August 1979 hatte er einen Waffenstillstand mit der POLISARIO Regierung der Westsahara unterzeichnet, die mauretanischen Truppen zurückgezogen und die Neutralität Mauretaniens im Westsaharakonflikt zugesichert, später stimmte seine Regierung auch der diplomatischen Anerkennung der Westsahara zu. Das von den Mauretaniern geräumte Gebiet der Westsahara (bis auf die Westküste der Kap Blanc Halbinsel mit der von den Bewohnern verlassenen Kleinstadt Lagouira) wurde umgehend von marokkanischen Truppen besetzt.

Taya-Regime

(1984 bis 2005) Als Antwort auf die fortschreitende Korruption des Haidalla-Regimes und auf eine scheinbar unwillkommene merkliche Neigung desselben für die RASD/Westsahara, unternahm Oberst Maaouiya Ould Sid Ahmed Taya am 12. Dezember 1984 einen erfolgreichen Putschversuch. Die sich für reformistisch erklärende Regierung Tayas, konnte es kaum abwarten, demokratische Institionen zu gründen, um von ihrer Unfähigkeit abzulenken, entscheidende wirtschaftliche und politische Reformen zu unternehmen sowie die ethnischen Konflikte zu dämpfen. Taya versprach, Kommunalwahlen in den 13 Regionshauptstädten zu organisieren (was er im Dezember 1987 einlöste), die politischen Gefangenen zu entlassen, die Zivilrechte zu bestätigen und die Korruption zu beenden. Eine zweite Runde der Wahlen fand im Dezember 1987 und Januar 1988 statt, dieses Mal, um 500 Ratsmitglieder im ganzen Land zu wählen. Taya schaffte es bis zu seinem Sturz nicht, die ethnischen Spannungen zu lindern, die ein Hauptgrund für die mangelhafte Entwicklung des Landes sind.

Putsch gegen Taya

Am 3. August 2005 besetzte eine Gruppe von Offizieren, die sich Militärrat für Gerechtigkeit und Demokratie (Conseil Militaire pour la Justice et la Démocratie - CMJD) nennt, das Armee-Hauptquartier, den Sitz des staatlichen Hörfunks und des Fernsehens sowie die Ministerien und den Präsidentenpalast in Nouakchott und erklärte Präsident Taya für abgesetzt. Die Putschisten hatten einen Auslandsaufenthalt Tayas anlässlich des Begräbnisses von König Fahd in Saudi Arabien genutzt; Taya ist nicht nach Mauretanien zurückgekehrt, sondern hat nach Zwischenaufenthalten in Niger (wo er von Präsident Tandja Mamadou empfangen wurde) und Gambia Aufnahme in Katar gefunden. Die Afrikanische Union (AU) verurteilte den Staatsstreich. Die Putschisten bestimmten den langjährigen bisherigen Polizei- und Geheimdienstchef, Oberst Ely Ould Mohammed Vall zum neuen Führer des Landes. Die neue Militärregierung kündigte an, innerhalb von zwei Jahren demokratische Verhältnisse in Mauretanien einzuführen. Oberst Vall wurde zum Vorsitzenden des 17-köpfigen Militärrates ([1]), und damit zum Staats- und Regierungschef ernannt. Am 5. August wurde Mauretanien „bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ vorübergehend aus der AU ausgeschlossen.

Politisches System

Vor dem Militärputsch war Mauretanien gemäß der Verfassung von 1991 eine Islamische Präsidialrepublik. Das Parlament bestand aus einer Nationalversammlung mit 81 für fünf Jahre gewählten Mitgliedern und einem Senat mit 56 für sechs Jahre durch Kommunalräte gewählten Mitgliedern, darunter drei Vertreter von Mauretaniern im Ausland. Das Staatsoberhaupt, das gleichzeitig auch Regierungschef war, wurde alle sechs Jahre direkt vom Volk gewählt. Männer und Frauen besaßen ab 18 Jahren das Wahlrecht. Nach den letzten Parlamentswahlen 2001 errang die Partei des jetzt gestürzten Präsidenten, die Parti Republicain, Démocrate et Social (PRDS) noch 64 der 81 Sitze, zu denen noch drei weitere regierungsnahe Abgeordnete stießen. Im Senat besaß die PRDS sogar eine Mehrheit von 51 der 56 Sitze. Der Islam ist Staatsreligion. Es gilt islamisches Recht (Scharia). Ein Muslim, der zu einer anderen Religion übertritt, wird nach Artikel 306 des Strafrechts wegen Glaubensabfall (Ridda) mit dem Tode bestraft, was bislang aber nicht vorkam. Mauretanien ist Mitglied der Vereinten Nationen (VN), der Afrikanischen Union (AU) (Mitgliedschaft derzeit suspendiert), der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und der Arabischen Liga.

Verwaltungsgliederung

Mauretanien gliedert sich in 12 Regionen und den Hauptstadtdistrikt. Die folgende Liste gibt neben den Namen der Regionen die zugehörigen Hauptstädte in Klammern an.

1. Adrar (Atar)
2. Assaba (Kiffa)
3. Brakna (Aleg)
4. Dakhlet Nouadhibou (Nouadhibou)
5. Gorgol (Kaédi)
6. Guidimaka (Sélibaby)
7. Hodh Ech Chargui (Néma)
8. Hodh El Gharbi (Aioun el Atrouss)
9. Inchiri (Akjoujt)
10. Nouakchott (Hauptstadtdistrikt)
11. Tagant (Tidjikdja)
12. Tiris Zemmour (Zouérate)
13. Trarza (Rosso)

Wirtschaft

Die grundlegenden Wirtschaftszweige Mauretaniens sind die Landwirtschaft, der Fischereisektor und der Erzbergbau. Mit rückständigen Methoden werden im Senegaltal vorwiegend für die Selbstversorgung Hirse, Hülsenfrüchte, Reis und Mais angebaut; die Anbaufläche beschränkt sich gleichwohl auf 0,2 % der Staatsfläche. Mit Hilfe neuer Staudammprojekte am Senegal sollen neue Bewässerungsgebiete erschlossen werden. Viehwirtschaft mit Schafen, Ziegen, Rindern und Kamelen wird überwiegend von Nomaden betrieben. Die Küstengewässer Mauretaniens zählen zu den fischreichsten der Welt, deren Regenerationsfähigkeit allerdings durch übermäßige Fänge gefährdet ist. Die Fischverarbeitung ist der größte Industriezweig.

Die Landwirtschaft trägt 19 %, die Industrie 30 % und der Dienstleistungssektor 51 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Beschäftigt sind in der Landwirtschaft aber 52 % der Erwerbstätigen. Importiert werden vor allem Erdölprodukte, einzige Exportprodukte sind Eisenerz, Fisch und Fischprodukte. 21 % der Importe bezieht Mauretanien aus Frankreich, 9 % aus Belgien/Luxemburg, 7 % aus Spanien und 6 % aus Deutschland. Die Exporte gehen zu 15 % nach Italien, 15 % nach Frankreich, 12 % nach Spanien und 12 % nach Deutschland. Die Handelsbilanz ist negativ. Zur Arbeitslosigkeit liegen keinerlei Angaben vor. Die Inflationsrate beträgt 5,2 %. Zwischen 1991 und 2001 lag der Anteil der Staatsausgaben für das Gesundheitswesen bei 4 % und für das Bildungswesen bei 23 %. Für die Militärausgaben finden sich keinerlei Angaben.

Das weitmaschige Straßennetz ist rund 8.100 km lang (1.700 km asphaltiert). Die Eisenbahnlinie, die von einer Mine im Norden des Landes quer durch die Sahara zur Hafenstadt Nouadhibou führt, ist die wichtigste Verkehrsverbindung des Landes. Der hier verkehrende Zug war lange Zeit der längste und schwerste der Welt. Über 200 Waggons werden von bis zu vier Lokomotiven gezogen. Die Ladung: bis zu 21.000 Tonnen Eisenerz. Der größte Feind der Bahnstrecke ist der Sand. Alle hundert Kilometer ist ein Entsandungstrupp stationiert, dessen Aufgabe es ist, die vom Sand zugeschütteten Gleise wieder freizuschaufeln. Der Sand ist so aggressiv, dass die Gleise und auch die Verschleißteile des Zuges nur 1/6 der normalen Lebenszeit haben. Die beiden Hafenstädte Nouakchott und Nouadhibou verfügen über internationale Flughäfen.

An- und Einreise

Mauretanien ist auf dem Landweg vom Norden am einfachsten über Marokko und die besetzte Westsahara zu erreichen. Die Fahrtstrecke beträgt ab der französischen Grenze bis Nouadhibou etwa 6.000 km und ist in ca. 10 Tagen zu bewältigen. Mit Ausnahme von ca. 5 km Niemandsland zwischen der marokkanischen Grenze und der Einreisegrenzkontrolle nach Mauretanien ist die gesamte Strecke asphaltiert. Die Weiterfahrt sowohl nach Nouadhibou als auch nach Nouakchott ist auf einer völlig neu asphaltierten Straße möglich, Wüstenerfahrung ist nicht vonnöten. Die Weiterreise von Nouakchott in den Senegal gestaltet sich problemlos. Detaillierte Reiseinformationen finden sich auf der Website des Honorarkonsulats von Mauretanien in Deutschland (Adresse siehe unten).

Einreisebestimmungen:

EU-Bürger benötigen für Mauretanien einen gültigen Reisepass sowie ein Visum. Visa erhält man an der Botschaft von Mauretanien, Berlin für etwa 21 Euro, im mauretanischen Konsulat in Casablanca für etwa 20 Euro (200 DH) oder direkt an der mauretanischen Grenze, ebenfalls für etwa 20 Euro. Bei der Anreise mit dem Auto wird dieses an der Grenze in den Pass eingetragen. Der Eintrag kostet ca. 10 Euro (quittiert), ein Carnet de Passage en Douane für Fahrzeuge wird derzeit (Februar 2006) nicht verlangt.



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