Youth Hostels in Afrika
Youth Hostel ist die englischsprachige Bezeichnung für Jugendherberge. Daher bezeichnet das Wort in englischsprachigen Ländern wie Neuseeland, Australien, Großbritannien oder Südafrika sowohl Herbergen des jeweiligen Jugendherbergsverbandes wie auch private (Jugend-) Herbergen. Heute hat sich der Begriff Hostel als Bezeichnung für Rucksacktouristen-Unterkünfte etabliert, in dem man kein Zimmer, sondern nur ein Bett bucht.
Hostels finden sich hauptsächlich in Metropolen, aber auch viele kleinere, touristisch attraktive Orte wie zum Beispiel Interlaken in der Schweiz oder Brügge in Belgien verfügen über eine ausgezeichnete Hostel-Infrastruktur. Sie richten sich vornehmlich an ein internationales Publikum, und gängige Verkehrssprache ist somit Englisch. Nach den Erfolgen im Ausland finden sie sich auch zunehmend in Deutschland und entwickeln sich als kommerzielle und gewinnorientierte Unternehmen nur an profitablen Standorten zu einer privatwirtschaftlichen Konkurrenz für Jugendherbergen des gemeinnützigen Deutschen Jugendherbergswerks und Hotels im preisgünstigen Marktsegment. Die qualitativ sehr einfache Unterbringung in meist Vier- bis Zehn-Bett-Zimmern (so genannten Dorms = englisch für Schlafsäle) ermöglicht es, günstige Preise auch im Zentrum von Städten und an touristischen Schwerpunkten anzubieten. Hinzu kommt ein Serviceangebot, das unter anderem Gemeinschaftsduschen, Küchen zur Selbstversorgung, Waschmaschinen und Informationen zu individueller Erkundung der jeweiligen Stadt oder Region umfasst und den Geldbeutel schont. Der zur Zeit höchste Standard ist erreicht, wenn es Dusche und Waschbecken auf den Zimmern gibt, wenn jedes Bett über einen lichtdichten Vorhang, einen Punktstrahler und ein Schließfach verfügt, jeder Einzelne im Zimmer über einen eigenen Schlüssel oder Magnetkarte verfügt und wenn Sammelfrühstück, Bettwäsche sowie Bettenmachen zum Service gehören. Auch der Internet-Zugang, im Idealfall als WLAN frei im Zimmer verfügbar, und die 24-Stunden-Rezeption setzen sich zunehmend durch. Mittlerweile haben sich in vielen Städten Deutschlands private Youth Hostels etabliert. Vor allem in Berlin und München können Backpacker unter einer Vielzahl von guten Youth Hostels wählen.
Während das Deutsche Jugendherbergswerk auch jugendliche Gruppenreisende als Zielgruppe sieht und das Ambiente dort eher klassisch ist, setzen die Hostels auf Individualreisende, meist im Alter bis zu 40 Jahren. Überdurchschnittlich ist die Anzahl der Studenten. Gerade amerikanische Studenten nutzen die Zeit vor Eintritt ins Berufsleben häufig zu einer Rundreise durch die europäischen Metropolen. Viele Gäste schätzen die Möglichkeit der Kontaktaufnahme auf den Zimmern und in den Gemeinschaftsräumen mit dem internationalen Publikum, während man in einem Hotel eher abgeschirmt wohnt. Manche Hostels haben sich zu regelrechten Orten für Kontaktaufnahme und Parties entwickelt und bieten auch ein Rahmenprogramm wie beispielsweise Disco oder Livemusik, zu dem bisweilen auch das heimische Publikum Zugang hat. Da in diesen Hostels auch die Nacht laut ist, raten diese dem Ruheliebenden oft von einer Buchung ab. Auch größere Reisegruppen, insbesondere Schulklassen, werden hier eher nicht so gern gesehen oder aber in getrennten Häusern untergebracht.
Es gibt einen Streit zwischen dem Jugendherbergswerk und den privaten Hostelbetreibern. Letzteren fehlt durch den Schutz der Marke „Jugendherberge“ die deutsche Bezeichnung für ein Hostel. Der Streit relativiert sich aber inzwischen durch die unterschiedlichen Zielgruppen und die Verbreitung des Begriffes „Hostel“ auch in Deutschland.
Entstehung
Die Anfänge der modernen "Backpacker Hostels" gehen zurück auf die 60er Jahre mit der Hippie-Bewegung und deren Trips durch die Welt. So entstanden vor allem in Asien und Australien die ersten Herbergen, bewohnt von Aussteigern aus den westlichen Industrienationen gemeinsam mit Extrem-Bergsteigern (Afghanistan, Tibet) und anderen abenteuerorientierten Reisenden. Ihnen folgten bald breitere Ströme von abenteuerlustigen und kulturell interessierten Weltenbummlern.
Mit den Reisenden kam die Idee bald zurück nach Europa. Seit den 1970er Jahren eröffneten die ersten privaten Hostels vor allem in Großbritannien, in Frankreich und den Niederlanden. Nach dem Mauerfall wurde auch Deutschland zunehmend attraktiv. So eröffneten zu Anfang der 1990er Jahre die ersten deutschen Häuser