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Sehenswürdigkeiten in Afrika: Cheops-Pyramide

 
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Cheops-Pyramide

Die Cheops-Pyramide ist die früheste und größte der drei Pyramiden von Gizeh, daher auch die Große Pyramide genannt, und die höchste Pyramide der Welt. Sie diente höchst wahrscheinlich als Grabmal für den ägyptischen Pharao Chufu aus der 4. Dynastie, auch bekannt als Cheops (sein griechischer Name). Im klassischen Altertum hieß sie griechisch ἡ μεγάλη Πύραμις τοῦ Хέοπος (hê megálê Pýramis tou Chéopos, „Die Große Pyramide des Cheops“) oder αἱ Πυράμιδες Αἰγυπτίαι (hai Pyrámides Aigyptíai, „die ägyptischen Pyramiden“), lateinisch Pyramides Aegyptiae oder Magna Pyramis Cheopis.

Die Pyramide bildet zusammen mit ihren Schwestern der Chephren-Pyramide und der Mykerinos-Pyramide zugleich das älteste und das letzte noch existierende Weltwunder der Antike. Das Datum der Fertigstellung wird auf 2580 v.Chr. (zur Zeit der altägyptischen Hochkultur) geschätzt. Die Cheops-Pyramide ist genau in die vier Himmelsrichtungen ausgerichtet und der Unterschied in den Längen ihrer vier Seiten beträgt weniger als ein Promille. Die Neigung beträgt erstaunliche 51 Grad und 51 Minuten. Oft wird sie mit der Chephren-Pyramide, der zweitgrößten ägyptischen Pyramide, verwechselt. Die Chephren-Pyramide ist die mittlere der drei Pyramiden von Gizeh und wirkt größer als die des Cheops, da sie ca. 10 m höher steht und nur 3 m niedriger ist.

Rekordvergleiche

Nach der Chinesischen Mauer als hinsichtlich Länge, Volumen und Masse größtem menschlichen Bauwerk aller Zeiten ist die Cheops-Pyramide wohl nur das höchste von Menschen errichtete Bauwerk bis zum Mittelalter. Bezüglich ihres Volumens wird sie von der Pyramide von Cholula (Tepanapa) in Cholula, Puebla, Mexiko mit insgesamt etwa 4,45 Mio. m³ übertroffen [1]. Trotz all dieser Tatsachen ist es vor allem die Größe der Pyramide, die den Betrachter in Erstaunen versetzt. Sie ist immer noch eines der gewaltigsten Bauwerke der Menschheit. Ursprünglich zwar etwa 147 m hoch misst sie heute durch teilweise Abtragungen an ihrer Spitze noch etwa 137 m. Für fast 4000 Jahre war sie damit das höchste Bauwerk ihrer Zeit und wurde erst im 15. Jahrhundert von der Kathedrale von Lincoln übertroffen, deren Turm 1549 teilweise eingestürzt ist. Das Straßburger Münster (143 m) übertraf als erstes bis heute bestehendes Bauwerk die Höhe der Cheops-Pyramide. Geht man von ihrer ursprünglichen Höhe aus, war sie bis zur Fertigstellung der Hamburger St.-Nikolai-Kirche mit einer Höhe von 147,3 Meter im Jahre 1874 das höchste Bauwerk der Menschheit.

Daten

  • Geographische Lage: Koordinaten: 29° 58′ 45" N, 31° 8′ 2" O 29° 58′ 45" N, 31° 8′ 2" O
  • Höhe (ursprünglich): 280 Königsellen (1 Königselle ≈ 52,3 cm) ⇒ 146,44 m ≈ 146 m
  • Höhe (heute): etwa 137 m
  • Neigungswinkel: 51° 50' 35"
  • Seitenlänge (ursprünglich): 440 Königsellen ⇒ 230,12 m ≈ 230 m
  • Seitenlänge (heute): ca. 225 m
  • (Quadrat)-Grundfläche (ursprünglich): etwa 53.000 m² (5,3 ha)
  • Gesamtvolumen des Pyramidenkörpers ohne Abzug der Hohlräume: ≈ 2,58 Millionen m³
  • Gesamtvolumen der Pyramide nach Abzug aller Hohlräume (ursprünglich): 2,50 Millionen m³
  • Mantelfläche: (ursprünglich) etwa 85.492 m²
  • Durchschnittliche Maße der sichtbaren Steinblöcke: 1,0 m in Breite, Höhe und Tiefe (Die meisten Blöcke haben jedoch eine Quaderform.)
  • Durchschnittliches Volumen eines Steinblocks: 1,0 m³
  • Durchschnittliches Gewicht eines Steinblocks: 2,5 Tonnen
  • Anzahl aller Steinblöcke: etwa 2,5 Millionen Steine
  • geschätztes Gesamtgewicht der Pyramide: etwa 6,25 Millionen Tonnen

Die Pyramide

Die Pyramide mit dem Namen Horizont des Cheops besteht aus Blöcken aus Kalkstein, Basalt oder Granit mit einem Gewicht von zwei bis vier Tonnen (im Durchschnitt 2,5 Tonnen) pro Block.

Somit resultiert aus dem Pyramidenvolumen nach Abzug der Hohlräume von etwa 2.500.000 m³ ein Pyramidengesamtgewicht von etwa 6,25 Millionen Tonnen. Errichtet wurde sie auf einem natürlichen Hügel. Zwar ist die Cheops-Pyramide die höchste und größte aller ägyptischen Pyramiden, jedoch ergeben die unter Pharao Snofru gebauten Pyramiden (Pyramide in Meidum, Knickpyramide, Rote Pyramide in Dahschur) zusammen eine Masse von etwa 8,4 Millionen Tonnen und somit sogar rund 2,15 Millionen Tonnen oder 25,6 Prozent mehr an Material als durch Cheops verbaut wurde.

Ursprünglich war die Cheops-Pyramide mit poliertem Kalkstein aus Tura verkleidet, allerdings sind viele dieser Steine herausgebrochen und später für Gebäude in Kairo wiederverwendet worden, so dass die darunterliegende Struktur stufenförmig ist. Aber noch heute gewinnt man eine Ahnung vom ehemaligen Glanz der Pyramiden, wenn man sich die Spitze der neben der Cheops-Pyramide liegenden Pyramide des Chephren anschaut. Dort sind die alten Verkleidungssteine an der Spitze noch erhalten, wenn auch durch Wind und Wetter mittlerweile mit einer braunen Schicht überzogen.

Die Substruktur

Die Cheops-Pyramide unterscheidet sich in ihrem inneren Aufbau deutlich von den anderen Pyramiden (Pyramiden von Gizeh), weil sie nicht nur eine, sondern als einzige der ägyptischen Pyramiden insgesamt drei Grabkammern besitzt – und darüber hinaus eine so genannte „große Galerie”. Die größere Zahl von Kammern und Gängen, die überaus präzise Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen sowie die hervorragende Verarbeitung begründen also ihre Einzigartigkeit.

Es gibt insgesamt drei Kammern in der Pyramide des Khufu/Cheops:

  1. die sogenannte „Felsenkammer” unterhalb der Pyramide im natürlichen Felsengestein (nach Meinung der Forscher wollten die Erbauer mit dieser unfertigen Kammer die Unterwelt darstellen)
  2. die so genannte „Königinnen-Kammer” (deren Name daher rührt, dass man in der frühen Archäologie/Ägyptologie hier das Grab der Gemahlin des Pharaos vermutete) und
  3. die so genannte „Königskammer”: die oberste Kammer etwa in der vertikalen Mitte des Bauwerks. In ihr kann man noch heute die Überreste eines steinernen Sarkophags besichtigen.

Zur Entlastung der Decke der Königskammer haben die antiken Baumeister fünf niedrige Entlastungskammern eingebaut. Die Granitblöcke der oberen sind wie ein Giebeldach angeordnet. In diesen Entlastungskammern hat man Inschriften der Arbeiter gefunden, nachweislich angebracht, bevor die Steine verbaut wurden.

Zu dieser – heute unscheinbaren – Kammer führt die „große Galerie” mit einer Gewölbekonstruktion, die auch bereits König Snofru in seiner Roten Pyramide anwandte. Es handelt sich um ein Kraggewölbe, also einen Raum, dessen Wände nach oben spitz zulaufen: eine Konstruktion, die dem Zweck dient, die Last der darüber liegenden Steine seitlich abzulenken, damit die Decke nicht zusammenbricht.

Das normale Kammernsystem dieser Pyramide ist, wie auch die Kammern aller anderen Pyramiden dieser Epoche, vollkommen ohne Inschriften. Erst sehr viel später ab der Pyramide des Pharaos Unas der 5. Dynastie finden sich im Inneren von Pyramiden Inschriften.

Die Cheops-Pyramide reiht sich mit der Steilheit ihrer Seiten in den historischen Kontext ein, so sind frühere Pyramiden meist flacher, spätere meist steiler gebaut. Die bei der Cheops-Pyramide eingesetzten Konstruktionsprinzipien sind die klare Folge der zuvor unter Pharao Snofru gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse beim Pyramidenbau.

Eine Besonderheit der Cheops-Pyramide sind die so genannten Luftschächte. Zwei dieser Schächte gehen von der Königskammer im Winkel zu den nördlichen und südlichen Außenwänden und scheinen auf das Sternbild Orion bzw. den damaligen Polarstern ausgerichtet zu sein. Schnell wurde darauf hin die These aufgestellt, die Pyramiden hätten als Observatorium gedient. Zwei eindeutige Gründe widersprechen dieser Theorie:

  1. diese Schächte kennt man nur von der Cheops-Pyramide
  2. sie verlaufen nicht gerade, eine Sicht auf den Nachthimmel ist also nicht möglich.

Forscher vermuten, dass diese beiden Schächte entweder symbolisch den Weg des verstorbenen Pharaos in den Himmel freigeben sollen (siehe Ba) oder eine logistische Funktion während des Pyramidenbaus erfüllten.

Mit dem Untergang des Alten Reiches am Ende der 6. Dynastie und dem Ende des Totenkultes für die verstorbenen Könige kam es zur Plünderung der Grabanlagen in Gizeh, der auch die Cheops-Pyramide zum Opfer fiel. In dieser Zeit wurde vermutlich der Grabräubergang angelegt, durch den auch heute noch die Pyramide betreten werden kann und dessen Anlage darauf hinweist, dass die ersten Grabräuber vor etwa 4000 Jahren die Pläne der Pyramide kannten, da sie sich gezielt an den durch Blockiersteine versperrten Passagen vorbeiarbeiteten.

Neuere Erforschungen

Im Sommer 1986 entdeckten die französischen Architekten Jean-Patrice Goidin und Gilles Dormion in der Cheops-Pyramide damals noch unbekannte Kammern. Nachdem sie mit elektronischen Mikrosonden durch zwei Meter starkes Gestein vordringen konnten, kam zunächst ein drei Meter breiter und rund 5,5 Meter hoher, mit Quarzsand gefüllter Raum zum Vorschein. Weiterhin wurde hinter der nordwestlichen Wand der Königinnenkammer noch ein Hohlraum geortet. Beide Räume wurden bis heute jedoch nicht geöffnet.

Im Jahr 1993 untersuchte der Münchner Ingenieur Rudolf Gantenbrink in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Kairo (Leitung: Rainer Stadelmann) beide Schächte der Königinnenkammer mit dem Mini-Roboter Upuaut-2. Diese Schächte haben im Gegensatz zu denen der Königskammer keine Öffnungen an den Außenwänden der Pyramide. Im nördlichen Schacht entdeckte das Gerät nach ungefähr vierzig Metern eine in einer Schachtbiegung fest verkantete längere Eisenstange, die 1872 von dem englischen Hobbyarchäologen und Entdecker dieser beiden Schächte Waynman Dixon bei einer blinden Inspektion nicht mehr entfernt werden konnte. Eine weitere Erkundung in diesem Schacht war deshalb blockiert und es ist geplant, mit einem Spezialgerät eines Tages diese verkantete Stange wieder vollständig zu entfernen. In den südlichen Schacht drang das Gerät 65 Meter ein und stieß dann auf einen Blockierstein aus der Bauzeit, der auf eine weitere Kammer hindeutete. Diese Steinplatte wurde im Jahr 2002 mit einem Roboter-Fahrzeug durchbohrt und mit einer Kamerasonde inspiziert. Der Vorgang konnte durch TV-Übertragung zeitgleich in der ganzen Welt mitverfolgt werden. Hinter der Blockade befand sich ein leerer Hohlraum, der ebenfalls durch einen Blockierstein abgeschlossen ist. Besondere Entdeckungen wurden bei der Inspektion nicht gemacht. Für Oktober 2005 plante Zahi Hawass (Direktor des Giseh-Plateaus und Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde) mit einem weiteren, derzeit in Singapur entwickelten Roboter, auch hinter diese Blockaden blicken zu lassen.

Im August 2004 haben Gilles Dormion und der von ihm engagierte Geophysiker Jean-Pierre Baron unter Zuhilfenahme von Endoskopen, Geo-Radar und mit weiteren elektromagnetischen Messungen einen seit 4600 Jahren unangetasteten Gang ermittelt. Viele Ägyptologen halten jedoch die dadurch ausgelösten Spekulationen über weitere Grab- oder Schatzkammern für unsinnig. Ihrer Ansicht nach haben die entdeckten Gänge nur eine statische Bedeutung und sollten vielleicht die erheblichen Steindrücke ableiten. Weitere Untersuchungen vor Ort sind bislang von Dr. Zahi Hawass abgelehnt worden.

Der Pyramidenkomplex

Die Pyramide war umgeben von einer über 8 Meter hohen Mauer aus Kalkstein, im Osten mit dem üblichen Totentempel versehen. Dieser heute völlig zerstörte Totentempel bildete den einzigen Zugang zum Bauwerk selbst. Ein Aufweg führte von hier zum Taltempel, dessen Standort erst in den letzten Jahren lokalisiert werden konnte, jedoch weiß man nichts über ihn.

Östlich vor der Pyramide stehen drei Nebenpyramiden für die Königinnen, die heute (von Nord nach Süd) mit G1a bis G1c bezeichnet werden.

  • G1a wird der Königs-Mutter Hetepheres zugeordnet, der Totentempel dieser Pyramide ist völlig abgetragen worden
  • G1b rechnet man einer Königin Meritites zu, von deren Totentempel nur die Grundmauern vorhanden sind
  • G1c war vielleicht für Henutsen, wie aus ihrem Totentempel ersichtlich scheint.

Die Pyramiden von Gizeh – Lithographie ca. 1850

Die Zuordnung der Namen zu den Nebenpyramiden ist allerdings umstritten.

Der Standort einer vierten, kleinen Kultpyramide am Südostende der Hauptpyramide ist erst vor wenigen Jahren durch Z. Hawass ermittelt worden.

Östlich und westlich der Großen Pyramide entstanden klar geplante Mastaba-Friedhöfe, wobei der Ostfriedhof für Angehörige des Königshauses, der Westfriedhof für Beamte und Würdenträger vorgesehen war.

Bis heute wurden im Pyramidenbereich sieben schiffförmige Bootsgruben entdeckt. In allen befanden sich, auseinandergenommen, die Teile echter Boote. Eines dieser Schiffe wurde 1954 entdeckt, geborgen und in langer Arbeit wieder zusammengesetzt. Bei einer Länge von 43,3 m ist es 5,9 m breit und kann heute besichtigt werden. Nach der Mythologie fuhr der verstorbene König mit den Booten über den nächtlichen Sternenhimmel und wurde selbst zum Stern.

Eine kleine Sensation erlebten die Ägyptologen bei der Öffnung der Barkengräber: Sie wurden von König Radjedef angelegt, der somit als der Nachfolger des Cheops feststeht und die Bestattung seines Vaters vorgenommen hat.



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